Jahreszeiten in der Kunst

Vortragsreihe
Die Jahreszeiten sind ein Thema, welches die Malerei in Europa von der römischen Antike bis zur klassischen Moderne aufgreift. Diese vierteilige Vortragsreihe möchte in die vielfältigen Darstellungen einführen.

1) Die Personifikationen der Jahreszeiten (am 15.06.)
Seit der römischen Antike werden die Jahreszeiten verkörpert, zunächst wurden Götter mit ihnen gleichgesetzt, so der Weingott Bacchus mit dem Herbst. Später wurden eigene künstlerische Lösungen verbindlich. Dass Frühling und Sommer weiblich sind, Herbst und Winter hingegen männlich, hat nichts mit dem Wetter zu tun, sondern mit dem Geschlecht des lateinischen Substantives. Formen und Funktionen der Werke, etwa ihr Einsatz in Gartensälen von Schlössern, sind das Thema.

2)  Stimmungen der Jahreszeitenbilder (am 22.06.)
Zyklen der Jahreszeiten sind Themen von u. a. Nicolas Poussin und Paul Cézanne. Sie gehen auf Monatsdarstellungen zurück. Die Betonung der Jahreszeiten löst sich von dem Kanon des Themas und wird zum Träger von Stimmungen, die das Bildthema stützen. Auguste Renoirs „Bal au Moulin de la Galette“ findet an einem Sommertag statt und kaum ein Bild vermag es, einen Sommermorgen in einer russischen Datscha besser wiederzugeben als Valentin Serovs „Mädchen mit Pfirsichen“. Pieter Brueghel d. Ä.  lässt bezeichnender Weise den „Bethlehemitischen Kindermord“ in einem eisigen Winter stattfinden.

3) Landschaftsbilder (am 06.07.)
Die Landschaft ist ein äußerst beliebtes Thema und bildet eine eigene Kategorie der Malerei aus. Joseph Anton Koch zeigt die Alpen als bedrohliche Eiswüste, sein erfolgreicher Konkurrent Capar David Friedrich hingegen in goldenem Sommerlicht. Die Impressionisten machen aus dem Lichteinfall in den Jahreszeiten eine Voraussetzung für Malerei an sich und unabdingbar ist die Sonne der Provence für Vincent van Gogh.

4) Gärten (am 13.07.)
Die Bepflanzung und Benutzung von Gärten ist natürlich ein Thema der Gartenkunst von den Medici-Villen über den Park von Versailles zu Claude Monets Garten in Giverny. Gleichzeitig aber sind Gärten und ihre Erscheinungen in den Jahreszeiten wieder ein Thema der Malerei etwa in Emil  Noldes „Zitronengarten“ in der Stuttgarter Staatsgalerie. Dass in dem Gärten des Barock wieder die Personifikationen der Jahreszeiten stehen, rundet das Thema ab.

Veranstalter: vhs Gerlingen


4 Vormittage, 15.06.2020 - 13.07.2020
Montag, 10:00 - 11:30 Uhr
4 Termin(e)
Prof. Dr. Sabine Poeschel
2.03950G
Haus der Volkshochschule Gerlingen, Schulstr. 19, 70839 Gerlingen, Raum: Seminar 1.4
40,00 €

Belegung: 
 (Plätze frei)